Shell News 2010
Große Ölgesellschaften planen neues Öl-Auffangsystem für den Schutz des Golfs von Mexiko
22/07/2010
Chevron, ConocoPhillips, ExxonMobil und Shell haben heute einen Plan für den Bau und die Bereitstellung eines schnellen Einsatzsystems angekündigt, welches Öl bei möglichen zukünftigen Lecks von Tiefsee-Förderbohrungen im Golf von Mexiko aufnehmen und zurückhalten kann.
Das neue System wird flexibel, anpassbar und innerhalb von 24 Stunden transportbereit sein. Es kann für eine breite Palette von Bohrungstypen und Anlagen sowie bei unterschiedlichsten Durchsatzraten von Erdöl und Erdgas auch bei schwierigen Witterungsbedingungen eingesetzt werden. Die Konstruktion des neuen Systems wird einen Einsatz in Tiefen von bis zu 3.000 Metern (10.000 feet) ermöglichen, die anfängliche Auffangkapazität wird bei 16 Millionen Litern pro Tag (100.000 barrel) liegen und kann weiter ausgebaut werden.
Die Unternehmen haben für die Startfinanzierung des Systems eine Milliarde Dollar bereitgestellt. Bei zusätzlichen Betriebs- und Wartungskosten für die Unterwasserkomponenten und die Prozesssysteme sowie für Verträge mit bereits im Golf von Mexiko tätigen Schiffen und durch möglicherweise noch zu bauende neue Schiffe erhöht sich diese Zusage der Kostenübernahme.
Das System bietet verglichen mit den momentan verwendeten Einsatzsystemen wichtige Vorteile, da es fertig entwickelt, gebaut und getestet jederzeit für einen schnellen Einsatz in der Tiefsee des Golfs von Mexiko bereitstehen wird. Das System wird durch ein Team von Schiffs- Unterwasser- und Konstruktionstechnikern der vier Unternehmen entwickelt.
Zum System wird eine speziell konstruierte Unterwasser-Rückhalteanlage gehören, die das Öl über Rohrsysteme, Jumper und Steigleitungen zu den Tankschiffen leiten wird, die es aufnehmen und abtransportieren. Die speziell hierfür ausgebildeten Mannschaften werden für die regelmäßige Wartung, die Inspektion und die Einsatzbereitschaft der Komponenten und der Unterwassersysteme sorgen.
Die vier Unternehmen werden zu diesem Zweck die Non-Profit-Organisation "Marine Well Containment Company" gründen, die für den Betrieb und die Unterhaltung des Systems zuständig sein wird. Es sind weitere Unternehmen dazu eingeladen worden, sich an der Organisation zu beteiligen.
Die Arbeiten an dem neuen Rückhaltesystem werden beschleunigt aufgenommen, um die Sicherheit bei Tiefwasserbohrungen und den Umweltschutz im Golf von Mexiko zu verbessern, der 30 % der US-amerikanischen Öl- und Gasfördermengen bereitstellt und über 170.000 amerikanische Arbeitsplätze sichert.
Die Sponsorgesellschaften werden sofort mit den Konstruktionsarbeiten, mit der Beschaffung und mit dem Anlagenbau sowie mit dem Bau von Tankschiffen für das System beginnen. Im Namen der vier Sponsorunternehmen wird ExxonMobil bei dieser Aufgabe die Federführung übernehmen.
Die Unternehmen sind außerdem aktiv an den erheblichen Anstrengungen der Branche beteiligt, die Vorbeugung, die Bohrungsüberwachung und die Reaktion auf Ölaustritte zu optimieren. Dazu gehören die Inspektionen von Bohrinseln und die Einführung neuer Anforderungen für die Zertifizierung der Blowout-Prävention und der Bohrungstechnik. Die Branche hat vorsorglich mehrere multidisziplinäre Einsatzgruppen gebildet, um die Vorbeugung, die Rückhalteverfahren und die Pläne für die Rückgewinnung zu verbessern.
Die Unternehmen haben das System wichtigen Schlüsselpersonen der Bundesbehörden und des Kongresses zur gemeinsamen Überprüfung vorgelegt und werden auch andere Gruppen von Beteiligten umfassend informieren.
Statements der Sponsorunternehmen:
Chevron
John Watson, Chairman und CEO von Chevron: "Chevron weiß, dass das Unternehmen nur dann erfolgreich arbeiten kann, wenn die Öffentlichkeit überzeugt davon ist, dass die von uns benötigte Energie auf sichere und verlässliche Weise produziert wird. Wir sind fest dazu entschlossen, die Betriebssicherheit durch verbesserte Prävention, eine bessere Bohrungsdichtigkeit und bessere Interventionsmaßnahmen sowie durch leistungsfähigere Maßnahmen im Fall von Ölaustritten zu steigern. Das neue System verbessert die Möglichkeiten unserer Branche zu einer wirksamen Reaktion auf unvorhergesehene Zwischenfälle in erheblichem Maße."
ConocoPhillips
Jim Mulva, Chairman und CEO von ConocoPhillips: "Die Öl- und Gasindustrie wurde lange Zeit als in der Technologie führend angesehen, und die amerikanische Öffentlichkeit erwartet von uns, dass wir unsere Fähigkeit zu sofortigen angemessenen Maßnahmen bei Offshore-Vorfällen ausbauen. Die Entwicklung und Erstellung dieses neuen, ausgefeilten Systems wird die Möglichkeiten der Branche deutlich verbessern, schnell, effektiv und angemessen zu reagieren."
ExxonMobil
Rex Tillerson, Chairman und CEO von ExxonMobil: "Wenn jeder seinen Job ordentlich macht, wird das neue System niemals zum Einsatz kommen. Die umfassenden Erfahrungen der Branche zeigen, dass bei einer Konzentration auf Betriebssicherheit und Risikomanagement tragische Vorfälle wie das aktuelle Geschehen im Golf von Mexiko einfach nicht vorkommen sollten."
Shell
"Wir müssen als Branche das Vertrauen der amerikanischen Menschen neu gewinnen, damit wir zeigen können, dass eine sichere und umweltfreundliche Energieproduktion wirklich möglich ist. Über Shells uneingeschränktes Bekenntnis zur Prävention von Ölaustritten und zu einer möglichst robusten Fördertechnik hinaus müssen branchenweit zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Wir müssen die Fähigkeit entwickeln, schnell auf Tiefwasser-Blowouts im Golf von Mexiko zu reagieren und diese zu beheben – unabhängig davon, wie wenig wahrscheinlich eine Wiederholung der aktuellen Situation auch sein mag."
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